Dokumentation Panel#2 – Engagement und Teilhabe
Die Moderation hat Christan Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte übernommen. Seine Gesprächspartnerin war Brigitta Wortmann, Mitglied im Sprecherrat des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement und Political Advisor der Deutschen BP AG.
Wer macht Integration – Bürger oder Staat?
Das zweite Panel stand ganz im Zeichen des bürgerschaftlichen Engagements und wurde geprägt von den Fragen zu dessen technischer Umsetzung. Wie können Solidarität und Gerechtigkeit umgesetzt werden und wie wird die Idee von Berlin als Stadt, in der wir leben wollen lebendig? „Die Angst vor dem Fremden ist immer noch da“, sagte eine Genossin. Aber Vielfalt dürfe nicht als Defizit, sondern müsse endlich als Ptenzial begriffen werden.
Daher ist es unerlässlich, dass BürgerInnen auch ganz gezielt angesprochen und zur Mitarbeit aufgefordert werden. Oftmals finden BürgerInnen keinen Zugang zu ehrenamtlichen Tätigkeiten, was die Wichtigkeit von Multiplikatoren an der Schwelle von Politik und Ehrenamt unterstreicht. Integration kann nicht allein durch staatliche Maßnahmen forciert werden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass noch mehr Menschen den Wert des bürgerschaftlichen Engagements für unsere Gesellschaft erfahren und selbst aktiv werden.
Bürgerschaftliches Engagement als Integrationsmotor
Für BürgerInnen mit Migrationshintergrund kann bürgerschaftliches Engagement ein wichtiger Schritt zu mehr Teilhabe in der Gesellschaft sein. Wie Kazim Erdogan in seinem Beitrag auf dem Podium betont hat, resultieren 90% der Integrationsprobleme aus mangelnden Sprachkenntnissen. Die Priorität beim Integrationsprozess muss folglich beim Erlernen der deutschen Sprache liegen. Doch gerade für Frauen gibt es häufig wenig Gelegenheit, das Erlernte auch nach einem Sprachkurs dauerhaft anzuwenden. Hier sollte das Ehrenamt mehr Möglichkeiten bieten, Frauen mit Migrationshintergrund zu beteiligen und ihre Fähigkeiten gezielt einzusetzen.
Aber nicht nur für BürgerInnen mit Migrationshintergrund, auch für andere sozial benachteiligte Gruppen in unserer Gesellschaft kann damit eine Chance zu mehr Teilhabe geschaffen werden. Fraglich ist allerdings, wie Menschen, die tagtäglich um ihren Lebensunterhalt kämpfen, zu einer solchen Partizipation animiert werden können.
Professionalisierung von bürgerschaftlichem Engagement
Der allgemeine Tenor in der Diskussion war allerdings: Die Möglichkeiten zum Engagement müssen für interessierte BürgerInnen transparenter werden und die Vernetzung unter engagierten BürgerInnen muss ausgebaut werden. Monika Helbig, Beauftragte für das Bürgerschaftliche Engagement des Landes Berlin, betont die Wichtigkeit des Internets in dieser Angelegenheit. Mithilfe des Internets kann eine Plattform geschaffen werden, auf der sich interessierte BürgerInnen nach geeigneten Stellen für ehrenamtliche Arbeit umschauen können. Umgekehrt kam aber auch der Vorschlag, dass BürgerInnen Präferenzen, Kompetenzen und Interessen angeben und Projekte/ Vereine/ Initiativen dann auf einen Personalpool zugreifen können.
Als Kritik wurde angeführt, dass häufig die bürokratischen Hürden für die Realisierung von Projekten sehr hoch sind und nachher langfristige Perspektiven fehlen. Daher ist es sinnvoll, eine Beratung in Form eines Projekt-/ Prozessmanagements zur Seite zu stellen.

Apr 12 at 17:35
Während die zahlreichen Wortbeiträge gesammelt wurden kam auch ich zu Wort und fragte was aus dem Nationalen Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland geworden ist. (http://www.bmfsfj.de/Publikationen/nap/ein-kinder-und-jugendreport-zum-nationalen-aktionsplan-nap-.html)
Daher frage ich mich immer noch in wie fern dieser Aktionsplan Ihnen und der SPD denn bekannt ist und inwieweit dieser in Berlin umgesetzt wurde!
Apr 13 at 10:58
Wir sind gerade dabei, die Fragen die auf der Konferenz gestellt wurden zu strukturiern und zu beantworten: mit dem, was auf der Konferenz diskutiert und an Posititionen vertreten wurde oder – wenn auf der Konferenz einzelne Fragen nicht beantwortet wurden – aus unserer Sicht zu beantworten. Die Fragen und dazu gehörenden Antworten stellen wir in nächste Zeit nach und nach auf die Homepage ein! Also: einfach regelmäßig auf die Seite schauen!