Ideenkonferenz#2: Impressionen
Eindrücke von der 2. Ideenkonferenz der Berliner SPD zum Thema “Neue Industrialisierung”.
Eindrücke von der 2. Ideenkonferenz der Berliner SPD zum Thema “Neue Industrialisierung”.
Ingeborg Junge-Reyer ist Senatorin für Stadtentwicklung in Berlin. Sie will “Flächen zu Standorten” entwickeln und damit attraktive Ansiedlungsmöglichkeiten für Firmen schaffen.
Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Barbara Loth ist Wirtschaftsstadträtin in Steglitz-Zehlendorf. Zu ihren Zielen gehört die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.
Professor Klaus Semlinger ist Vizepräsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Mehr zur Person…
Neue Ideen für die Industrialisierung Berlins und die Schaffung neuer Arbeitsplätze standen im Mittelpunkt der 2. Berliner Ideenkonferenz der SPD. In der Diskussion mit den Berlinerinnen und Berlinern, mit Gewerkschaftern und Wirtschaftsfachleuten wurden neue Wege zur Entwicklung der Wirtschaftskraft Berlins diskutiert. “Neue Industrialisierung – Nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften” – dabei geht es nicht mehr um rauchende Schornsteine. Vielmehr diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Praktiker aus den Betrieben und Konferenzteilnehmer die Frage, wie aus dem Zusammenspiel von Denkfabriken, mittelständischen Unternehmen und Großbetrieben zukunftsträchtige und an Nachhaltigkeit orientierte Arbeitsplätze entstehen können.
In ihrer Begrüßung wies die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Barbara Loth auf die historischen Veränderungen in der Berliner Industrie hin. Nach der großen Zeit der Industriestadt Berlin habe es einen Niedergang und den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze gegeben. Inzwischen habe sich eine neue innovative Industrie entwickelt.
Unumstritten war auf der Konferenz die Einsicht, dass die Stadt nicht allein auf Dienstleistungen setzen kann, sondern Industriearbeitsplätze benötigt. Wichtigste Ressource dabei: das Wissen der Menschen. Noch liegt die Wirtschaftsleistung in Berlin, die aus der Industrie entsteht, nur bei 13 Prozent – im Bundesdurchschnitt beträgt sie 23 Prozent. Berlin hat aber gute Grundlagen: mit einer Reihe von entwicklungsfähigen Zukunftsbranchen, mit hervorragenden Wissenschaftseinrichtungen und einem innerstädtischen Flächenangebot, das in anderen Metropolen kaum denkbar ist.
Auf der Konferenz lag ein Positionspapier der Berliner SPD vor, das auf Basis der Beratungen im Fachausschuss Wirtschaft entwickelt wurde.
Positionspapier der Berliner SPD (PDF)
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Wirtschaftspolitik ist in der SPD kein Randthema mehr, stellte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller in einer Talkrunde mit dem Moderator Christian Stahl fest. Es gehe darum, die ökonomische Basis für die Stadt zu schaffen. Deshalb sei auch der Anspruch richtig, eine große Zahl industrieller Arbeitsplätze neu zu schaffen. Mit einer in Berlin breit getragenen Bildungsreform habe die SPD wichtige Voraussetzungen geschaffen. Die Stadt brauche gut ausgebildete junge Menschen.
Mit den drei großen Entwicklungsflächen in Tempelhof, Tegel und am Humboldthafen habe Berlin eine einmalige Chance als große Metropole, neue Industrien anzusiedeln, sagte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller. Adlershof sei ein gutes Beispiel, wie aus der räumlichen Nähe von Unternehmen und Wissenschaft neue Prozesse in Gang gesetzt werden können.
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Frank Jahnke, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin, brachte es in seiner Einleitung des Panels auf den Punkt: „Wir haben hier in Berlin zwar viel Fläche, aber Flächen sind noch keine Standorte.“ Im Folgenden ging es also um die Frage, wie solche Flächen zu Standorten für Unternehemen werden können.
Referent Hardy Schmidt (WISTA Management Adlershof) stellte hierzu das Projekt Adlershof als positives Beispiel voran. Uwe Luipold (regioconsult) schilderte, wie das Projekt „Greentec“ realisiert wurde.
In der Diskussion mit den Teilnehmenden wurde schnell deutlich, worauf es als Standortvorteil einer Stadt nicht ankommt: Finanzielle Vergünstigungen. Die beiden Referenten waren sich einig, dass andere Faktoren wesentlich wichtiger sind, wenn es um die Frage geht, in welcher Stadt sich eine Firma niederlässt. Als einige dieser Faktoren wurden unter anderem die Geschwindigkeit der Bearbeitung von Bauvorhaben genannt oder die Vernetzung zur Forschung vor Ort.
Außerdem wurde betont, wie wichtig die von der Politik geschaffenen infrastrukturellen Voraussetzungen sind.
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Im Blickfeld des zweiten Panels stand, dass die Förderung und die Ausbildung von neuen Fachkräften und neuen Potenzialen eine gesellschaftspolitische Aufgabe darstelle. Um den Fachkräftemangel zu beseitigen, müssen alle mitmachen – nicht nur die derzeitig Beschäftigten.
Die Entwicklung beginnt mit der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Hochschulen auf der einen Seite und zwischen Hochschulen und Unternehmen auf der anderen. Die präventive Arbeitsmarktpolitik muss preiswerter werden und fachlich äquivalente Fachkräfte ausbilden, wie bei teureren Individualbetreuungen. Sowohl der Zeit- als auch der Geldmangel sind nur zwei Gründe für Betriebe, nicht in die Personalentwicklung und in die Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen zu investieren. Investition beginnt nicht damit, sich mit Fachkräften aus dem Ausland einzudecken, sondern damit, unseren eigenen Absolventen Vertrauen entgegen zu bringen.
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