“Wir brauchen ein neues Wir-Gefühl” – Mark Terkessidis im Plenum

Dr. Mark Terkessides hat es in der Debatte im Plenum auf den Punkt gebracht:  “Wir brauchen ein neues Wir-Gefühl”.  Er wies  darauf hin, dass sich die Gesellschaft in Deutschland noch viel zu sehr durch den Blick in die Vergangenheit, auf Geschichte und Kultur, definiere. Jetzt gelte es, den Blick stärker in die gemeinsame Zukunft zu richten.  Er plädierte für Änderungen in den Schulen, die die Vielfalt als Chance begreifen müssten. Es gebe nicht mehr das „deutsche Normkind der fünfziger Jahre“.

Seine Positionen hat er  im Vorfeld als Thesenpapier in die Debatte eingebracht: Thesen von Mark Terkessidis

Zum Anhören – Ausschnitt aus dem Redebeitrag von Mark Terkessidis: 

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Dokumentation Panel#1 – Integration und Kultur

Das Panel „Integration und Kultur“ leitete Ülker Radziwill, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und Vorsitzende des Arbeitskreises Integration. Ihr Gesprächspartner war Dr. Mark Terkessidis, Psychologe, Journalist und Migrationsforscher.
Die wichtigste Erkenntnis der Diskussion in diesem Panel war, dass die Begriffe „Integration“ und „Kultur“ neu überdacht werden müssen. Es reicht nicht mehr aus, Integration auf dem Feld der Migration zu denken. Die Integrationsproblematik fasst nicht nur Bürger mit Migrationshintergrund, sondern ebenso die sozial Schwachen am Rande unserer Gesellschaft, die aufgrund ihrer Benachteiligung von der Teilhabe ausgeschlossen sind.
Politik und Bürger sind dazu aufgerufen, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich möglichst große Teile der Gesellschaft wiederfinden und somit ein „Wir“ in der Bevölkerung etabliert werden kann. Eine gemeinsame Identität kann nur geschaffen werden, wenn ein Großteil der Menschen an der Gesellschaft teilhat und sich unter dem Begriff „Deutschsein“ wiederfindet.

Dr. Mark Terkessidis

Foto: privat

Journalist, Autor, Migrationsforscher. Seine Themenschwerpunkte sind Jugend- und Popkultur, Migration und Rassismus. Er ist Mitherausgeber des Buchs „Mainstream der Minderheiten“ von 1996. 2000 gründete er zusammen mit Tom Holert das „Institute for Studies in Visual Culture“ (ISVC) in Köln gegründet. Terkessidis wurde im Jahr 2006 einer größeren Öffentlichkeit durch einen Offenen Brief bekannt, den er gegen die These Necla Keleks vom Scheitern der Integration gerichtet hatte. Er lebt in Berlin und Köln.

Homepage des Institute for Studies in Visual Culture

Seine Positionen auf der Konferenz