Dokumentation Panel#2 – Engagement und Teilhabe

Die Moderation hat Christan Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte übernommen. Seine Gesprächspartnerin war Brigitta Wortmann, Mitglied im Sprecherrat des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement und Political Advisor der Deutschen BP AG.

Wer macht Integration – Bürger oder Staat?

Das zweite Panel stand ganz im Zeichen des bürgerschaftlichen Engagements und wurde geprägt von den Fragen zu dessen technischer Umsetzung. Wie können Solidarität und Gerechtigkeit umgesetzt werden und wie wird die Idee von Berlin als Stadt, in der wir leben wollen lebendig? „Die Angst vor dem Fremden ist immer noch da“, sagte eine Genossin. Aber Vielfalt dürfe nicht als Defizit, sondern müsse endlich als Ptenzial begriffen werden.

Dokumentation Panel#1 – Integration und Kultur

Das Panel „Integration und Kultur“ leitete Ülker Radziwill, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und Vorsitzende des Arbeitskreises Integration. Ihr Gesprächspartner war Dr. Mark Terkessidis, Psychologe, Journalist und Migrationsforscher.
Die wichtigste Erkenntnis der Diskussion in diesem Panel war, dass die Begriffe „Integration“ und „Kultur“ neu überdacht werden müssen. Es reicht nicht mehr aus, Integration auf dem Feld der Migration zu denken. Die Integrationsproblematik fasst nicht nur Bürger mit Migrationshintergrund, sondern ebenso die sozial Schwachen am Rande unserer Gesellschaft, die aufgrund ihrer Benachteiligung von der Teilhabe ausgeschlossen sind.
Politik und Bürger sind dazu aufgerufen, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich möglichst große Teile der Gesellschaft wiederfinden und somit ein „Wir“ in der Bevölkerung etabliert werden kann. Eine gemeinsame Identität kann nur geschaffen werden, wenn ein Großteil der Menschen an der Gesellschaft teilhat und sich unter dem Begriff „Deutschsein“ wiederfindet.

Kazım Erdoğan

Gründungsstifter der Bürgerstiftung Neukölln. Die Bürgerstiftung Neukölln wurde im November 2005 von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Kirche und Politik in Neukölln ins Leben gerufen. Die Stiftung soll sich als Ideenpool für alle Engagierten in dem Bezirk etablieren und dazu beitragen, ein respektvolles Miteinander aller Neuköllner Bürger schaffen. MigrantInnen sind ausdrücklich zur Mitarbeit eingeladen.

Homepage der Bürgerstiftung Neukölln

Dr. Frank Gesemann

Foto: privat

ist Dr. phil., Diplom-Politologe, ist seit Mai 2005 Leiter des Büros M & S – Migration und Stadtentwicklung und seit September 2008 Geschäftsführer des Instituts für demokratische Entwicklung und soziale Integration (Desi). Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind sozialwissenschaftliche Forschung und Lehre, Evaluation und Praxisberatung. Themen sind unter anderem: Konzepte und Handlungsstrategien zur Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und bürgerschaftlichem Engagement; Integrationspolitik von Bund, Ländern und Kommunen, soziale und interkulturelle Stadt(teil)entwicklung.

Neueste Veröffentlichung: „Lokale Integrationspolitik in der Einwanderungsgesellschaft – Migration und Integration als Herausforderung von Kommunen“ (VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, 719 Seiten).

Dr. Mark Terkessidis

Foto: privat

Journalist, Autor, Migrationsforscher. Seine Themenschwerpunkte sind Jugend- und Popkultur, Migration und Rassismus. Er ist Mitherausgeber des Buchs „Mainstream der Minderheiten“ von 1996. 2000 gründete er zusammen mit Tom Holert das „Institute for Studies in Visual Culture“ (ISVC) in Köln gegründet. Terkessidis wurde im Jahr 2006 einer größeren Öffentlichkeit durch einen Offenen Brief bekannt, den er gegen die These Necla Keleks vom Scheitern der Integration gerichtet hatte. Er lebt in Berlin und Köln.

Homepage des Institute for Studies in Visual Culture

Seine Positionen auf der Konferenz

Muna Naddaf

ist eine der vier Koordinatorinnen der Stadtteilmütter Neukölln. Seit 2007 werden Frauen vor allem mit türkischem oder arabischem Hintergrund in den Quartiersmanagementgebieten Neuköllns zu Stadtteilmütttern ausgebildet. Die Ausbildungsthemen liegen im Bereich der Erziehung, Bildung, Gesundheit und Sprache. Die Frauen sollen in die Teile der Migrantencommunities vordringen, die von den herkömmlichen Maßnahmen nicht erreicht werden.

Infos online

Ihre Positionen auf der Konferenz

Brigitta Wortmann

Foto: www.b-b-e.de

ist Mitglied im Sprecherrat des Bundesnetzwerks Bürgerschaftlichen Engagements (BBE) und Political Advisor der Deutschen BP AG.

Das BBE sieht Engagementförderung als eine gesellschaftspolitische Aufgabe an, die sich nicht auf einzelne Engagementfelder beschränkt, sondern sämtliche Gesellschafts- und Politikbereiche umfasst. Dabei geht es sowohl darum, Eigenverantwortung, Partizipation und Selbstgestaltung der Bürgerinnen und Bürger zu stärken als auch neue Formen und Verfahren für gesellschaftliches Mitentscheiden und Mitgestalten zu entwickeln. Im Bundesnetzwerk vertreten sind Vertreter aus Bürgergesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Homepage des BBE

Ferda Ataman

Quelle: tagesspiegel.de

übernimmt die Moderation der ersten Berliner Ideenkonferenz.  Sie ist Journalistin und Redakteurin beim Tagesspiegel, für den sie sich auch mit dem Thema Migration und Integration beschäftigt.

Eine Auswahl ihrer Artikel im Tagesspiegel

Christian Haberecht

Foto: www.polwiss.fu-berlin.de

Vorsitzender von FSV Hansa 07. Vereinsmotto: „Der Fußball im Wrangelkiez… bunt, aktiv, sozial!“ FSV Hansa 07 ist ein Sportverein im Kreuzberger Wrangelkiez. Seit den 1970er/80er Jahren hat die Zahl der Aktiven mit Migrationshintergrund stetig zugenommen, ebenso die Zahl derer aus dem alternativen Studentenmilieu. 2009 belegt Hansa den zweiten Platz beim Integrationspreis des Berliner Fußball-Verbandes.

Homepage FSV Hansa 07

Seine Positionen auf der Konferenz