Ausblick: Talk mit Michael Müller

Wirtschaftspolitik ist in der SPD kein Randthema mehr, stellte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller in einer Talkrunde mit dem Moderator Christian Stahl fest. Es gehe darum, die ökonomische Basis für die Stadt zu schaffen. Deshalb sei auch der Anspruch richtig, eine große Zahl industrieller Arbeitsplätze neu zu schaffen. Mit einer in Berlin breit getragenen Bildungsreform habe die SPD wichtige Voraussetzungen geschaffen. Die Stadt brauche gut ausgebildete junge Menschen.

Mit den drei großen Entwicklungsflächen in Tempelhof, Tegel und am Humboldthafen habe Berlin eine einmalige Chance als große Metropole, neue Industrien anzusiedeln, sagte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller. Adlershof sei ein gutes Beispiel, wie aus der räumlichen Nähe von Unternehmen und Wissenschaft neue Prozesse in Gang gesetzt werden können.

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Dokumentation Panel#1: “Zukunftsorte”

Frank Jahnke, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin, brachte es in seiner Einleitung  des Panels auf den Punkt: „Wir haben hier in Berlin zwar viel Fläche, aber Flächen sind noch keine Standorte.“ Im Folgenden ging es also um die Frage, wie solche Flächen zu Standorten für Unternehemen werden können.
Referent Hardy Schmidt (WISTA Management Adlershof) stellte hierzu das Projekt Adlershof  als positives Beispiel voran. Uwe Luipold (regioconsult) schilderte, wie das Projekt „Greentec“ realisiert wurde.
In der Diskussion mit den Teilnehmenden wurde schnell deutlich, worauf es als Standortvorteil einer Stadt nicht ankommt: Finanzielle Vergünstigungen. Die beiden Referenten waren sich einig, dass andere Faktoren wesentlich wichtiger sind, wenn es um die Frage geht, in welcher Stadt sich eine Firma niederlässt. Als einige dieser Faktoren wurden unter anderem die Geschwindigkeit der Bearbeitung von Bauvorhaben genannt oder die Vernetzung zur Forschung vor Ort.
Außerdem wurde betont, wie wichtig die von der Politik geschaffenen infrastrukturellen Voraussetzungen sind.

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Dokumentation Panel#2: “Fachkräfte”

Im Blickfeld des zweiten Panels stand, dass die Förderung und die Ausbildung von neuen Fachkräften und neuen Potenzialen eine gesellschaftspolitische Aufgabe darstelle. Um den Fachkräftemangel zu beseitigen, müssen alle mitmachen – nicht nur die derzeitig Beschäftigten.

Die Entwicklung beginnt mit der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Hochschulen auf der einen Seite  und zwischen Hochschulen und Unternehmen auf der anderen.  Die präventive Arbeitsmarktpolitik muss preiswerter werden und fachlich äquivalente Fachkräfte ausbilden, wie bei teureren Individualbetreuungen. Sowohl der Zeit- als auch der Geldmangel sind nur zwei Gründe für Betriebe, nicht in die Personalentwicklung und in die Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen zu investieren.  Investition beginnt nicht damit, sich mit Fachkräften aus dem Ausland einzudecken, sondern damit, unseren eigenen Absolventen Vertrauen entgegen zu bringen.

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Dokumentation Panel#3 – “Industrie 3.0″

Vernetzung war das Stichwort des 3. Panels: Tourismus, Technologie, Wirtschaft und Wissenschaft sollten zusammenarbeiten. Großkonzerne müssten sich mit innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) vernetzen. Traditionelle Unternehmen müssten müssten mit grüner Technologie arbeiten. Wie schaffen wir die Brücke dazu? Ein Beispiel kam aus dem Publikum: So könnte Deutsche Museum den Touristen eine wissenschaftliche Ausstellung mit kulturgeschichtlichen Hintergrund anbieten.

Um neue Arbeitsplätze in Berlin zu schaffen sollten keine Großkonzerne „re-angesiedelt“ werden. Anreize für TU-Absolventen müssten geschaffen werden, damit sie nicht zu Siemens nach Erlangen oder München gehen, sondern in Berlin bleiben. Die Stadt Berlin gelte besonders bei jungen Leuten heutzutage als hip wegen ihrer kreativen Szene. Hier werden Fragen und Visionen gestellt, die anderen Ballungsräumen keine Rolle spielen. Daraus bildeten sich neue Unternehmen. Berlin sei Gründungsweltmeister. Doch es müssten neue Wachstumsstrategien entwickelt werden, um neue gegründete Unternehmen in der zweiten Phase (nach der Startphase) zu unterstützen.

Für die Entstehung von Netzwerken sollten vor allem die Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssten daher in diesem Bereich gleichermaßen geschult werden. Ebenso sei die Weiterbildung in interkultureller und unternehmerischer Kompetenz wichtig. Was nütze eine Idee, wenn man nicht weiß, wie sie vermarktet und verkauft werden muss?

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“Wir brauchen ein neues Wir-Gefühl” – Mark Terkessidis im Plenum

Dr. Mark Terkessides hat es in der Debatte im Plenum auf den Punkt gebracht:  “Wir brauchen ein neues Wir-Gefühl”.  Er wies  darauf hin, dass sich die Gesellschaft in Deutschland noch viel zu sehr durch den Blick in die Vergangenheit, auf Geschichte und Kultur, definiere. Jetzt gelte es, den Blick stärker in die gemeinsame Zukunft zu richten.  Er plädierte für Änderungen in den Schulen, die die Vielfalt als Chance begreifen müssten. Es gebe nicht mehr das „deutsche Normkind der fünfziger Jahre“.

Seine Positionen hat er  im Vorfeld als Thesenpapier in die Debatte eingebracht: Thesen von Mark Terkessidis

Zum Anhören – Ausschnitt aus dem Redebeitrag von Mark Terkessidis: 

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“Es ist ein Brückenbau” – Muna Naddaf über die Stadtteilmütter

Sie sind Mütter, das ist ihre Lebenserfahrung. Sie sprechen die Sprache und haben den kulturellen Hintergrund, um Familien zu erreichen – besser als andere. Muna Naddaf berichtet über das Projekt der Stadtteilmütter, das sie mit anderen zusammen koordiniert:

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Müller: “Politik muss neue Ideen und Anregungen aus der Gesellschaft aufnehmen und bearbeiten”

In seiner  Begrüßung auf der ersten Berliner Ideenkonfernz macht der SPD-Landesvorsitzende Michael Müller deutlich, dass Politik das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern brauche, um immer wieder neue Impulse zu bekommen.  An den Anfang der Konferenzreihe sei ganz bewusst die grundsätzliche Frage gestellt worden: Wie wollen wir in Berlin zusammenleben? Es gehe darum, gemeinsam Ideen für das Zusammenleben im nun beginnenden dritten Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung zu entwickeln. Zentral ist für ihn eins:  den Begriff  Integration „als umfassende soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe“  zu verstehen. „ Sie gilt für alle Menschen – ob mit oder ohne Migrationshintergrund”, betonte Michael Müller.

Hören Sie die ganze Rede:

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Christan Haberecht über gelebtes “Diversity-Management” bei Hansa07

Foto: www.polwiss.fu-berlin.de

Was heute Diversity-Management genannt wird, ist bei FSV Hansa07 seit über 40 Jahren gelebte Realität, so Christian Haberecht auf der Ideenkonferenz. Integration beginnt mit der Vereinssatzung und wird als Ziel von allen im Verein vertreten.

Hören Sie Christian Haberecht in der Debatte im Plenum:

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Wowereit: “Keine Ausländerthematik, sondern eine soziale Frage”

Mit einem Dank an all jene, die tagtäglich praktische Integrationsarbeit leisten, begann Klaus Wowereit seinen Ausblick. Der stellvertretende Parteivorsitzende der SPD und Leiter der Zukunftswerkstatt Integration der Sozialdemokratie rückte zu Beginn die Maßstäbe zurecht: Es gebe Probleme in der Integration, aber sie sei auch millionenfach gelungen.

Es sei unverständlich, wie man auf die Idee kommen könnte, Menschen wollten absichtlich keine Zukunftschancen und nicht das Beste für ihre Kinder, griff Klaus Wowereit einen Gedanken auf, der in der Konferenz geäußert wurde. Menschen seien nicht hergekommen, um sich abzukapseln, sondern  weil sie in ihren Ländern keine Perspektive für sich oder ihre Kinder gesehen haben.

Wowereit empfahl, die Integrationsdebatte weiter zu fassen: “Es ist keine Ausländerthematik, sondern immer eine Frage von Teilhabe.” Für alle müsse es Möglichkeiten zur Teilhabe geben.  Berlin habe als Stadt nur eine Chance, wenn sie sich international aufstellt und Menschen aus unterschiedlichen Minderheiten integriert, so Klaus Wowereit.

Hören Sie die ganze Rede:

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